Das Ende vom Anfang

Manchmal rennt es einfach nicht so, wie man es gerne hätte, und das wahre Leben grätscht ganz ungehörig dazwischen. Dabei hätte es einiges gegeben, was ich gerne weiter verfolgt hätte. Zum Beispiel, ob es einen Zusammenhang zwischen der Bibliothekarin Crowne, dem Anfängerjournalisten Buchanan und dem Darknet gegeben hatte. Crownes Lieblingsbuch war The Great Gatsby gewesen. In diesem Werk heisst die Dame der grossen Hoffnungen Daisy Buchanan, und das vermutlich wichtigste Symbol dieses Romans ist ein grünes Licht. War es also nur ein Zufall gewesen, als damals im Darknet das Pseudonym Green Light of Hope auftauchte? – Oder die MPT Erfahrungsberichte, die sicherlich für ein kleines moralisches Schleudertrauma gesorgt hätten, was denn nun ‚gut‘ oder ‚falsch‘ ist, oder ob es weder das eine noch das andere gewesen wäre. – Oder diese irrsinnige Idee, einem als ‚Arschloch‘ verschrienen Medienmogul eine blond toupierte Quasselstrippe mit Silikonbusen als vielversprechende Quotenfängerin aufquatschen zu wollen, die ihre Moderatorenkarriere natürlich mit nicht weniger als einer eigenen Talkshow zur Prime Time hätte starten sollen.

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Ideen hatte ich wirklich genug gehabt. Doch das war alles schon längst nicht mehr wichtig gewesen. In der Zwischenzeit brach in NYC und anderen grossen Städten eine Seuche aus, die im Volksmund „der rote Tod“ genannt wurde. Wer es sich leisten konnte, war aufs Land geflohen. Einer dieser abgelegeneren Orte, die die Flüchtlinge aufgesucht hatten, war Penny Island. Auch ich sass am Ende dort und liess das Erlebte Revue passieren, auch wenn ich einen Teil der spannenden Erlebnisse aus unliebsamen Umständen verpasst hatte. Aber es geht immer weiter.

Für eine kurze Weile war statt Zeitungsartikel Fischfang angesagt. Runterkommen. Pause machen. Neu orientieren. Und dann war die Entscheidung gefallen. NYC und Penny Island würde ich endgültig hinter mir lassen.

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Während im Hintergrund schon die ersten unheilvollen Wolken eines Sturms aufzogen, der sicher bald über Penny Island hinweg fegen würde, fing ich ein letztes Mal das ein oder andere Motiv als Erinnerung ein. Eine spannende Episode hatte ihr Ende gefunden, aber ich stand bereits wieder in den Startlöchern für einen Neuanfang. Als ich schliesslich den Strand noch einmal ablief, peitschte mir die salzige Gischt klirrend kalt ins Gesicht und wusch jegliches aufkeimende Gefühl von Wehmut hinweg. Es war endgültig Zeit für mich geworden, zu neuen Ufern aufzubrechen.

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