Zurück in die Gegenwart

Nachdem ich hoch wie breit erklärt bekommen hatte, dass ich nach der Prozedur wieder so jung aussehen würde wie zu meinen jugendlichsten Zeiten, hatte ich mich tatsächlich breit schlagen lassen, in dieses Ungetüm von einem Hautgenerator zu steigen. Wer schön sein will, muss leiden, dachte ich mir, und mein Leiden bezog sich dabei auf meinen leichten Hang zur Klaustrophobie. Ich schloss also die Augen, denn wenn man die Augen schliesst – so mein schöner Trugschluss – würde mir das schon nicht so auffallen, wie eng dieser Generator tatsächlich war. Pustekuchen! „Zurück in die Gegenwart“ weiterlesen

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Ankunft auf Flaire

„Gehen Sie zügig weiter, und fallen Sie ja nicht ins Wasser!“, mahnte Officer Pendleton aus seinem Kontrollhäuschen am Hafen heraus jeden an, der die Schranke passieren durfte. Ich kam so einfach als Neuzugang erst einmal nicht weiter, und ohne Zahlung der Zugangsgebühr ging hier gar nichts. Ich hatte Glück, dass die stattliche Summe von 1.500 $ durch meinen zukünftigen Auftraggeber AD-Braxus Industries übernommen worden war. Man hatte mich bereits erwartet, denn ich hatte überhaupt erst auf ein verlockendes Angebot hin vom Festland auf die Insel Flaire übergesetzt, die für die nächste Zeit meine neue Heimat werden sollte.  „Ankunft auf Flaire“ weiterlesen

Das Ende vom Anfang

Manchmal rennt es einfach nicht so, wie man es gerne hätte, und das wahre Leben grätscht ganz ungehörig dazwischen. Dabei hätte es einiges gegeben, was ich gerne weiter verfolgt hätte. Zum Beispiel, ob es einen Zusammenhang zwischen der Bibliothekarin Crowne, dem Anfängerjournalisten Buchanan und dem Darknet gegeben hatte. „Das Ende vom Anfang“ weiterlesen

To Do Liste (1)

Gestern Abend durfte sich die Brady Group wirklich selbst auf die Schultern klopfen. Das Konzert mit Clyde Barrow war ein voller Erfolg! Ich knippste wie verrückt und konnte tatsächlich ein paar schöne Schnappschüsse ergattern, die ich auch gleich noch direkt nach Konzertende in meinem Online Magazin veröffentlicht habe. Heute Morgen lehnte ich mich erst einmal entspannt zurück und erstellte beim Frühstückskaffee einen Überschlag meines derzeitigen Standes, denn nach der gestrigen Feier wartet wieder die Welt da draussen nur auf mich und meine neuen Berichte! „To Do Liste (1)“ weiterlesen

Wer ist Henry Buchanan? (5)

Ich befand mich gerade mitten im Versuch, ein Gespräch mit der Buchhändlerin anzuleiern, als ich bemerkte, dass der Lichtsmog auf der gegenüberliegenden Seite des East River plötzlich wie weg gewischt war. Einfach so. Von etwa halbneun bis zehn Uhr am Abend lagen die Docks im Dunkeln. Ausnahmefehler, wie es später in einer Meldung hiess. Und ich dachte, die Stadt hätte endlich einmal sinnvolle Sparmassnahmen in Erwägung gezogen. Jeder vernünftige Mensch würde nachts schlafen, nicht arbeiten. Ich sage es ja schon immer: Wer nachts arbeitet, hat entweder etwas zu verbergen, oder etwas aufzudecken. „Wer ist Henry Buchanan? (5)“ weiterlesen

Ein Kommentar zum Setting von NYC2035

VORWORT

Da ich selbst meine Startschwierigkeiten mit dem Setting hatte und mich erst annähern musste, habe ich mir erlaubt, einen Kommentar zu schreiben, der (so hoffe ich) auch anderen zum besseren Hineinfinden in das Setting behilflich ist, bzw. den Mut macht, dieses Experiment „Dystopia“ zu wagen.
„Ein Kommentar zum Setting von NYC2035“ weiterlesen

Stadtgespräch: Somawell

Ich hatte versucht, irgendwie an die Ergebnisse des Obduktionsberichts heran zu kommen, aber mein Vorhaben gestaltete sich schwierig. Gut, ich gebe zu, ich würde mir selbst auch kaum noch über den Weg trauen. Aber so unter uns gesprochen: wäre ich der Leitende Officer, würde ich lieber dafür sorgen, dass diese penetrante Pressetante mit dem Obduktionsbericht ruhig gestellt wird, als dass sie nach der Nummer mit der Staatsanwältin doch noch irgendwelche Stories über Liebschaften und fantasierte Sexorgien auf dem Revier spinnt! „Stadtgespräch: Somawell“ weiterlesen

Ärger im Revier

„Was in Drei-Teufels-Namen hat Sie da geritten?!“ schallte mir die erboste Begrüssung des leitenden Officers Hax entgegen, als ich sein Büro auf dem Polizeirevier betrat. Ich hatte schon nach seinem knapp gehaltenen Anruf geahnt, dass er auf mich wegen meines Artikels nicht gut zu sprechen war, und das Gespräch eine Standpauke werden würde. „Haben Sie die geringste Ahnung, was Sie mit Ihrem verdammten Serienmörder-Quatsch da angerichtet haben? So ziemlich jeder, der hier in der Stadt was zu sagen hat, ging mir heute auf meine Eier! Wie kommen Sie dazu, so eine Scheisse zu schreiben?“  „Ärger im Revier“ weiterlesen

Wer ist Henry Buchanan? (4)

Sie haben in einem Keller in Chinatown ein totes Mädchen gefunden. Das arme Ding war nicht viel älter als 16 Jahre. Genickbruch, und ohne Chip. Ihre Identität wurde einfach so aus der Gesellschaft gelöscht. Oder aber, sie hatte schlichtweg noch nie als Teil der Gesellschaft existiert. Dass man sie erst ungefähr eine Woche nach ihrem Tod gefunden hat, liegt sicher auch daran, dass der Keller, in dem sie lag, offenbar nur alle Schaltjahre betreten wird, weil ihn keiner nutzt. „Wer ist Henry Buchanan? (4)“ weiterlesen